Fitness First: Was die Mitgliedschaft im Alltag bringt
Fitness First im Alltagscheck: wie du RED und BLACK vergleichst, wie du Probetraining und Vertrag prüfst und wann sich die Mitgliedschaft für dich lohnt.
- Text
- Giulia Renner
- Ressort
- Fitness
- Erschienen
- Lesezeit
- 8 Minuten

Schreibt über Pflege, Kleidung, Training und Essen, so wie sie es selbst lebt. Gelernte Kosmetikerin, sechs Jahre Verkauf in einer Modeboutique, Fitnesstrainerin mit B-Lizenz.

Dienstagabend, kurz nach sechs: Die Sporttasche steht seit dem Morgen gepackt im Flur, und auf dem Heimweg entscheidet sich, ob ich wirklich trainiere oder auf dem Sofa lande. Genau an diesem Punkt zeigt sich, ob eine Mitgliedschaft im Studio etwas taugt — nicht in der Hochglanzbroschüre, sondern auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Fitness First ist eine der bekannten Studioketten in Deutschland, und die Frage, die ich mir dabei stelle, ist ganz alltäglich: Passt so ein Club in eine volle Woche, und was bekommst du für dein Geld? Ich erzähle dir, worauf ich als Trainerin und als ganz normale Feierabendsportlerin achte, bevor ich irgendwo unterschreibe.
Fitness First im Alltag: Mehr als nur Hanteltraining
Wer an ein großes Studio denkt, sieht zuerst die Gerätefläche vor sich: Reihen von Laufbändern, Kabelzüge, eine Ecke mit Kurzhanteln. Das ist der Kern, aber für den Alltag zählt etwas anderes. Bei Fitness First wie bei jeder Kette entscheidet die Kombination aus Lage, Öffnungszeiten und Angebot darüber, ob du nach drei Monaten noch hingehst.
Der wichtigste Faktor ist bei mir die Entfernung. Ein Fitnessstudio in der Nähe — höchstens zehn bis fünfzehn Minuten von Wohnung oder Büro entfernt — schlägt jedes noch so schöne Studio am anderen Ende der Stadt. Jede zusätzliche Viertelstunde Anfahrt ist eine Viertelstunde, in der dir eine Ausrede einfallen kann.
Danach kommt die Frage, was du dort eigentlich tun willst. Für mich sind es drei Dinge:
- Krafttraining an Geräten und mit freien Gewichten, zwei Mal pro Woche.
- Ausdauer auf dem Laufband, wenn es draußen zu glatt oder zu dunkel zum Laufen ist.
- Kurse als Abwechslung, wenn mir die eigene Routine zu eintönig wird.
Gerade Kurse unterschätzen viele. Eine feste Uhrzeit mit einer Trainerin und anderen Teilnehmenden ist ein Termin, den du nicht so leicht absagst wie ein Training, das nur in deinem Kopf stattfindet. Welche Kurse ein Club anbietet, unterscheidet sich von Standort zu Standort, deshalb lohnt sich ein Blick in den Kursplan, bevor du dich entscheidest. Wenn du dich für Kampfsport interessierst, findest du in meinem Überblick über die besten Kampfsportarten für kleine Männer Anregungen, was sich auch für Einsteiger eignet.
Die Preiskategorien verstehen: RED vs. BLACK Clubs
Fitness First ordnet seine Clubs verschiedenen Kategorien zu, die unter den Namen RED und BLACK auftauchen. Wer nach den Preisen von Fitness First sucht, stolpert deshalb schnell über die Frage, welche Preiskategorie für den eigenen Club gilt. Die Kategorie bestimmt, was du zahlst und was dich vor Ort erwartet. Welche Leistungen genau in welcher Kategorie enthalten sind und was sie aktuell kosten, legt die Kette fest und veröffentlicht es auf ihrer Website — dort würde ich immer zuerst nachsehen, weil sich Tarife und Aktionen ändern.
Viel wichtiger als das Etikett ist für mich der Abgleich mit dem eigenen Alltag. Ein Club, der mehr bietet, lohnt sich nur, wenn du das Mehr auch nutzt. Eine Sauna, in die du einmal im Quartal gehst, ist teuer bezahlte Entspannung. Wenn du dagegen nach jedem Training zwanzig Minuten in der Wärme sitzt und dafür auf einen anderen Saunabesuch verzichtest, rechnet es sich schnell.
Bevor ich einen Tarif wähle, beantworte ich mir deshalb diese Fragen ehrlich:
- Wie oft trainiere ich realistisch pro Woche — nicht im besten, sondern in einem normalen Monat?
- Welche Bereiche nutze ich wirklich: Geräte, Kurse, Sauna, Getränke?
- Brauche ich nur meinen Heimatclub, oder trainiere ich auch in anderen Städten?
Die Antworten schreibe ich auf einen Zettel und lege ihn neben das Angebot. Bei Fitness First RED wie bei jeder anderen Kategorie gilt: Der Tarif passt, wenn er zu diesen drei Antworten passt, nicht zu deinem ehrgeizigsten Vorsatz im Januar.
Flexibilität und Standorte: Training in Wandsbek, Prenzlauer Berg & Co.
Eine Kette hat gegenüber einem einzelnen Studio einen klaren Vorteil: Sie ist an vielen Orten vertreten. Die Suchanfragen zeigen gut, wie breit das ist — Menschen suchen nach Fitness First in Prenzlauer Berg in Berlin genauso wie nach den Öffnungszeiten von Fitness First in Wandsbek in Hamburg, nach Clubs in Münster oder nach den Preisen in Kaiserslautern. Für den Alltag heißt das: Die Lage deines Clubs ist das, was zählt, und jeder Standort hat seine eigenen Bedingungen.
Öffnungszeiten sind dabei der Punkt, den ich am genauesten prüfe. Sie unterscheiden sich von Club zu Club, oft auch zwischen Werktagen, Wochenenden und Feiertagen. Schau dir die Zeiten deines Wunschclubs auf dessen Seite an und lege sie neben deinen Kalender. Wenn du nur vor der Arbeit trainieren kannst, muss der Club früh genug öffnen. Wenn du eher spät dran bist, brauchst du einen, der abends nicht schon um neun zumacht.
Genauso wichtig ist die Auslastung. Ein Club, der um 18 Uhr so voll ist, dass du an jedem Gerät warten musst, frustriert schneller als ein etwas weiter entfernter, in dem du ruhig trainieren kannst. Mein Tipp: Geh zur Uhrzeit vorbei, zu der du später trainieren würdest, nicht am Sonntagvormittag.
Wer viel reist oder in zwei Städten lebt, sollte außerdem klären, ob und in welchen anderen Clubs die eigene Mitgliedschaft gilt. Diese Frage hängt am Tarif und gehört vor die Unterschrift, nicht danach.
Probetraining und Einstieg: So startest du richtig
Vor jeder Mitgliedschaft steht bei mir ein Probetraining. Viele Studios bieten eines an, manchmal auch über einen Gutschein. Ob es für deinen Club gerade ein Probetraining oder einen Gutschein dafür gibt, erfährst du am verlässlichsten direkt beim Club oder auf der Website von Fitness First. Nutze die Gelegenheit, denn ein Rundgang mit Verkaufsgespräch zeigt dir weniger als eine Stunde echtes Training.
Was ich beim Probetraining prüfe
Ich gehe mit einer kleinen Liste hinein und achte auf Dinge, die im Prospekt nicht stehen:
- Sauberkeit: Wie sehen Umkleide, Duschen und Griffe der Geräte aus? Gibt es Desinfektionsspray und Papier an der Fläche?
- Betreuung: Spricht dich jemand an, wenn du ein Gerät falsch einstellst? Gibt es eine Einweisung?
- Freie Gewichte: Reicht der Platz für Kniebeugen und Kreuzheben, ohne dass du dich zwischen Bänke quetschen musst?
- Stimmung: Fühlst du dich wohl, oder hast du das Gefühl, beobachtet zu werden?
Der letzte Punkt klingt weich, ist aber entscheidend. Ein Ort, an dem du dich unwohl fühlst, wird keine Gewohnheit.
Meine ersten vier Wochen
Wer neu oder nach einer langen Pause einsteigt, macht am häufigsten einen Fehler: zu viel auf einmal. In den ersten vier Wochen trainiere ich mit Einsteigerinnen zwei Mal pro Woche den ganzen Körper, jeweils etwa 45 Minuten. Fünf Grundübungen genügen — Beinpresse oder Kniebeuge, Rudern am Kabelzug, Brustpresse, eine Übung für die hintere Kette wie Hüftheben, dazu Unterarmstütz für den Rumpf. Jeweils zwei bis drei Sätze mit zehn bis zwölf Wiederholungen, und zwar mit einem Gewicht, bei dem die letzten zwei Wiederholungen anstrengend, aber sauber sind.
Muskelkater in der ersten Woche ist normal. Er zeigt dir, dass dein Körper etwas Neues lernt, und er wird mit jeder Einheit milder. Bei stechenden Schmerzen oder Beschwerden, die nach ein paar Tagen nicht nachlassen, gehört das zur Ärztin, nicht in den nächsten Satz.
Tasche, Kleidung und Ritual: Was du wirklich brauchst
Für den Einstieg brauchst du weniger, als dir Werbung glauben lässt. Eine bequeme Hose, ein Shirt, das Schweiß gut abgibt, feste Hallenschuhe mit flacher Sohle und ein Handtuch — mehr nicht. Funktionsshirts und Trainingshosen kaufe ich übrigens gern gebraucht, wie das gut funktioniert, beschreibe ich in meinem Beitrag über Second-Hand-Mode bei Momox Fashion. Bis du weißt, ob du dranbleibst, musst du nicht in neue Ausrüstung investieren.
Viel wichtiger ist eine Tasche, die du ohne Nachdenken greifen kannst. Meine steht immer gepackt im Flur, mit einer zweiten Garnitur Unterwäsche, Duschgel in Reisegröße und einem kleinen Beutel für die nassen Sachen. So fällt die Hürde weg, abends erst noch packen zu müssen.
Zum Ritual gehört bei vielen auch die Pflege nach dem Duschen im Studio. Warme Luft und hartes Wasser trocknen Haut und Haare aus, deshalb wandert eine kleine Feuchtigkeitscreme immer mit. Wer Bart trägt, kennt das Problem auch im Gesicht — in meinen Tipps zur Bartpflege findest du, was die Haare darunter nach dem Training brauchen.
Vertrag, Kündigung und Pause: Darauf achte ich
Der Vertrag ist der Teil, über den niemand gern liest, und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick. Fitness First bietet verschiedene Tarife an, und Laufzeit, Kündigungsfrist und Zusatzleistungen hängen am gewählten Tarif. Prüfe vor der Unterschrift vor allem drei Dinge: die Mindestlaufzeit, die Kündigungsfrist und ob einmalige Gebühren dazukommen.
Eine gute Nachricht gilt für alle Studios in Deutschland: Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, sieht das Gesetz für faire Verbraucherverträge vor, dass sich ein Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit nicht mehr automatisch um ein ganzes Jahr verlängert. Er läuft unbefristet weiter und kann dann mit einer Frist von höchstens einem Monat gekündigt werden. Das nimmt viel Druck aus der Entscheidung.
Wer erst testen will, ob regelmäßiges Training in den Alltag passt, sucht oft nach einem Fitnessstudio für einen Monat. Ob dein Club kurze Laufzeiten anbietet und zu welchen Bedingungen, steht in den aktuellen Tarifen. Frag außerdem nach einer Pause-Option: Bei längerer Krankheit, einer Schwangerschaft oder einem Auslandsaufenthalt ist es gut zu wissen, ob und wie du die Mitgliedschaft ruhen lassen kannst.
Fazit: Lohnt sich die Fitness First Mitgliedschaft für dich?
Ob sich eine Mitgliedschaft bei Fitness First lohnt, entscheidet nicht die Kette, sondern dein Alltag. Liegt der Club auf deinem Weg, passen die Öffnungszeiten zu deinem Kalender und nutzt du das, was dein Tarif enthält, dann ist ein großes Studio eine bequeme Basis für regelmäßige Bewegung. Fehlt einer dieser Punkte, hilft auch die schönste Ausstattung nicht.
Vor der Entscheidung lese ich gern, was andere über den konkreten Club schreiben. Rezensionen zu Fitness First in Münster sagen über das Studio in Hamburg wenig aus, die Bewertungen deines eigenen Standorts dagegen viel. Achte dabei auf wiederkehrende Punkte wie Sauberkeit, Betreuung und Auslastung, nicht auf einzelne verärgerte Stimmen.
Häufige Fragen (FAQ)
Häufige Fragen
- Welche Unterschiede gibt es zwischen RED und BLACK Clubs?
- RED und BLACK sind Kategorien, denen Fitness First seine Clubs zuordnet. Die Kategorie bestimmt, was du zahlst und welche Leistungen dich vor Ort erwarten. Welche Leistungen genau enthalten sind und welche Preise aktuell gelten, veröffentlicht Fitness First auf der eigenen Website — dort solltest du für deinen Wunschclub nachsehen, weil sich Tarife ändern können.
- Gibt es bei Fitness First monatlich kündbare Verträge?
- Welche Laufzeiten aktuell angeboten werden, hängt vom Tarif ab und steht in den Vertragsbedingungen. Unabhängig davon gilt in Deutschland für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag unbefristet und kann mit einer Frist von höchstens einem Monat gekündigt werden.
- Kann man ein kostenloses Probetraining vereinbaren?
- Viele Studios bieten ein Probetraining an, teils auch über einen Gutschein. Ob und zu welchen Bedingungen das für deinen Fitness-First-Club gerade gilt, erfährst du am verlässlichsten direkt beim Club oder auf der Website. Nutze das Probetraining, um Sauberkeit, Betreuung und Auslastung zu deiner üblichen Trainingszeit zu prüfen.
- Sind Wellness-Bereiche in jeder Mitgliedschaft enthalten?
- Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil Ausstattung und Leistungen vom Club und vom gewählten Tarif abhängen. Wenn dir Sauna oder Wellness wichtig sind, frag beim Probetraining gezielt nach, ob der Bereich in deinem Club vorhanden und in deinem Tarif enthalten ist, und lass es dir vor der Unterschrift bestätigen.
- Lohnt sich ein Fitnessstudio für nur einen Monat?
- Zum Ausprobieren kann eine kurze Laufzeit sinnvoll sein, weil du ohne lange Bindung siehst, ob regelmäßiges Training in deinen Alltag passt. Kurze Laufzeiten sind aber oft teurer pro Monat. Ob dein Club so ein Angebot hat und zu welchen Bedingungen, steht in den aktuellen Tarifen.